AKW Neckarwestheim 1
AKW Neckarwestheim 2

Atomkraftwerke Neckarwesteheim 1 und 2

Typ: Druckwasserreaktor

Kommerzielle Übergabe: 1976 (Block 1), 1990 (Block 2)

Besonderheiten Block 1:

Die Deutsche Bahn bezieht über einen speziellen Turbosatz Strom aus Neckarwestheim 1.

Aus einer 1982 veröffentlichen IFEU-Studie geht eine Verdreifachung der Mißbildungsrate bei Kindern im Landkreis Heibronn und die Verdoppelung im Landkreis Ludwigsborg hervor. Ein Zusammenhang mit radioaktiven Emissionen aus Neckarwestheim wird für möglich gehalten.

Besonderheiten Block 2:

Neckarwestheim 2 gehört zu den standardisierten Atomkraftwerken der Baulinie 80, die reduzierte Sicherheitsstandards aufweisen.

Störfälle Block 1 (bis 1986):

1977 ereignete sich der bisher zweitschwerste Unfall in einem bundesdeutschen Atomkraftwerk. Bis September 1977 hatte die KWU den Reaktor selbst gefahren, da das Personal des Kernkraftwerkes keine hinreichende Qualifikation besaß. Nach einem Brennelementwechsel fuhr die reaktoreigene zum erstenmal die Anlage alleine hoch. Eine Vielzahl eklatanter Bedienungsfehler führte zu einer Serie von Pannen, die fast ein eine Reaktorkatastrophe geendet wären: Der Proßrechner, der alle Betriebsdaten aufnimmt und anzeigt, blieb abgeschaltet. Weder Trubine noch Kondensatorkühler waren betriebsbereit, als man die Steuerstäbe herauszog. Der Reaktor wurde wegen zu raschem Wegpumpen des Borwassers viel zu schnell kritisch und begann mit der Energieerzeugung. Schwere Schäden im Primärkreislauf wurden nur noch durch einen Defekt an einem Ventil verhindert: Infolge des dadurch entstandenen Druckabfalls wurde die Reaktorabschaltung ausgelöst - gerade noch rechtzeitig.

Im selben Jahr passierten noch etliche weitere Pannen:

Radioaktive Edelgase drangen ins Reaktorhilfsanlagengehbäude.

Nach Ausfall einen Hochdruckpumpe traten radioaktive Gase über den Kamin aus. Risse im Sekundärkreislauf.

Zwei Personen wurden aus unbekannten Gründen höheren Dosen radioaktiver Strahlung ausgesetzt.

Sicherheit:

Im Laufe des Betriebs kam es mehrfach zu Brennelementdefekten, verbunden mit erhöhten radioaktiven Abgaben.

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